Recht auf Homeoffice für alle

Homeoffice ist kein neuer Begriff, Angestellte haben in den vergangenen Jahren hin und wieder von ihrem Arbeitgeber das Angebot erhalten, zumindest zeitweise im Homeoffice zu arbeiten. Für Selbständige ist das Homeoffice fast immer eine Notwendigkeit.

Die SPD hat nun das Thema aufgegriffen und will einen verbindlichen Rechtsanspruch für alle auf Homeoffice gesetzlich verankern. Zwecks Bürokratieabbau soll danach der Arbeitgeber ausführlich dokumentieren, warum er ein Homeoffice im Einzelfall ablehnt.

Somit soll nicht mehr das Unternehmern/der Unternehmer entscheiden, die die betriebliche Arbeit erledigt werden soll, sondern Politiker wollen es mal wieder besser wissen.

Eine interessante Frage wird sein, wie die Damen und Herren Politiker die Thematik Arbeitsschutz, Datenschutz, Datensicherheit etc. aufgreifen wollen. Wer soll die Verantwortung dafür übernehmen? Der Arbeitgeber, der aber wegen der Privatsphäre nicht die Wohnräume des Mitarbeiters kontrollieren darf. Vertrauliche Akten, die durch die Gegend gekarrt werden, die dann im Unternehmen für den nächsten Bearbeiter nicht zur Verfügung stehen, vielleicht schon mal verloren gehen. Oder wollen wir bei dieser Gelegenheit über die miserablen Internetverbindungen diskutieren, die die Firmen schon seit Jahren anmahnen und die die Politik seit Jahren verspricht?

Abseits aller Bürokratie und Polemik hat ein Homeoffice nicht nur Nachteile, sondern auch respektable positive Seiten aufzuweisen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass heutzutage ein Arbeitgeber da, wo es machbar ist, sich ernsthaft einem Homeoffice in den Weg stellt. Alleine die Raumkostenersparnis ist nicht zu verachten.

Die Fragen stellen sich mehr beim Angestellten, der von zuhause aus arbeiten will. Er muss die Disziplin aufwenden, tatsächlich konstruktiv zu arbeiten und sich nicht zu sehr ablenken zu lassen. Kann er/sie tatsächlich dauerhaft auf den Informations- und Gedankenaustausch mit Kollegen verzichten. Schließlich brät er hier im eigenen Saft! Kommt er diszipliniert mit den Arbeitszeiten zurecht?

Nach vielfältigen Erfahrungen ist ein Homeoffice auf Dauer nur tragbar, wenn tatsächlich ein echtes Arbeitszimmer, am besten noch getrennt von der Wohnung, zur Verfügung steht. Ideal wären z.B. ein ausgebautes Souterrain, eine nicht vermietete Einliegerwohnung oder ähnliches, so dass der Arbeitsplatz strikt von der Privatwohnung getrennt ist. Dann kann man die Vorteile wie ersparte Wege von und zur Arbeit, Pausen- und Erholungseffekte, so man denn in angenehmer Umgebung lebt, voll ausnutzen. Andernfalls wird die Belastung perspektivisch anwachsen und die Vorteile für den Arbeitnehmer sich ins Gegenteil verkehren.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.