Private Krankenversicherung oder doch lieber gesetzlich freiwillig versichert

Ein Thema, das mit jeder öffentlichen Diskussion und mit jeder Beitragserhöhung neuen Zündstoff erhält. Warum greifen wir dieses Thema gerade jetzt auf?

SPAM! Jeden Tag läuft mindestens eine Mail auf, die die beste Krankenversicherung für 2019 kennt. Den Absender haben wir nicht gecheckt, der reißerische Tenor weckt sowieso Misstrauen. Dass wir von diesen Vergleichsportalen keine besondere Meinung haben, bleibt dahingestellt.

Die Schwierigkeit mit allen Vergleichsportalen ebenso wie mit den diversen Onlineportalen ist die letztlich fehlende umfängliche Möglichkeit, die Angebote zu vergleichen, noch mehr aber die fehlende Beratung.

Im Onlineportal kann der Anwender nur die Informationen eingeben, die abgefragt sind oder auf die er explizit aufmerksam gemacht wird. Ob das Angebot oder gar der Vertrag dann wirklich passend sind, lässt sich nicht überprüfen. Noch weniger besteht die Möglichkeit, die längerfristigen Folgen des Onlineabschlusses zu beurteilen.

Ein schönes Beispiel hierfür ist die private Krankenversicherung. Die Werbeaussage: „der passende Tarif für Sie“ liest sich gut. Auch der Verkäufer, der nur eine Gesellschaft im Angebot hat, wird vielleicht das gleiche sagen. Vielleicht ist der Tarif heute auch der passende. Aber wie sieht es im kommenden Jahr aus, in zwei Jahren, in etlichen Jahren oder gar wenn die Rente kommt?

Der Verkauf wird diese Themen sicherlich nicht aufwerfen. Erstens sind sie aufwendig zu erläutern, zweitens schreckt es den potentiellen Kunden sogar ab und manchmal drittens: Nach mir die Sintflut!

Ob es sich um die kontinuierlichen Beitragserhöhungen handelt, Kinder, die zukünftig mitversichert werden müssen, Beiträge im Alter – alles äußerst wichtige Punkte, die heute beim Vertragsabschluss vorzugsweise ausgeklammert werden und die sich im Regelwerk auch nirgends finden.

Darum führt der Weg an einer guten Beratung nicht vorbei, Onlineabschlüsse oder reine Verkäufergespräche sind perspektivisch wenig hilfreich und können sogar teuer werden.

2 Kommentare

  1. Auf langfristige Probleme mit privaten Krankenversicherungen stoße ich immer wieder.
    Bei sehr gut Verdienenden jungen Menschen lässt sich sicher auch etwas sparen, aber der Schock kommt regelmäßtig wenn Kinder geboren werden. Diese sind eben NICHT kostenfrei mitversichert , sondern gegen separaten Beitrag zu versichern. Das lässt den Beitragsvorteil schnell dahinschmelzen. Dazu kommt das Thema Beitragserhöhungen im Alter. Bei der Privaten Krankenversicherung gibt es keine Krankenversicherung der Rentner (KVdR), wie in der Gezetzlichen !! Beiträge von aktuell monatlich 600 bis 800 € sind keine Seltenheit.

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