Gold als sichere Anlage?

Für die Börsen weltweit war zumindest die zweite Jahreshälfte 2018 nicht gerade von Erfolg geprägt. Teils sehr turbulent, insgesamt aber mussten sie Federn lassen.

Da ist der Weg nicht weit, um nach Gold als vermeintlich sichere Anlage zu rufen und diese zu empfehlen.  Immerhin hat der Goldpreis, obwohl er auch schon höher lag, im vergangenen Jahr eine gute Kursentwicklung genommen.

Goldpreisentwicklung

Wer sich die Entwicklung des Goldpreises über die letzten 20 Jahre ansieht, wird feststellen, dass die Feinunze Gold von knapp 250 Euro kommt, in der Spitze über 1.300 Euro lag und per heute bei 1.122 Euro liegt. Auf diese 20 Jahre gesehen immerhin ein Plus von 300 % – für den, der vor der Jahrtausendwende eingestiegen ist. Wer vor 5 Jahren gekauft hat, wird sicherlich eine andere Rechnung aufmachen (müssen).  Und ohne Dividende auf das eingesetzte Kapital.

Aktien haben über diesen Zeitraum ebenfalls eine auf den ersten Blick durchwachsene Entwicklung hinter sich gebracht. Solide Dividendenwerte haben über die Jahre regelmäßig eine Dividende auf das eingesetzte Kapital abgeworfen. Unstrittig stehen bei Aktien, Anfang 2018 gekauft, derzeit Verluste auf dem Papier.

Um in diesem Zusammenhang André Kostolany zu zitieren: Ich kaufe Aktien, lege sie ins Depot und vergesse sie! Damit sagt er, was sich der Sparer zu Herzen nehmen sollte. Aktien sind per se eine langfristige Anlage. Die vermeintlichen Verluste im Depot entstehen erst, wenn die Papiere wirklich – mit Verlust – verkauft werden. Bei Gold ist es tatsächlich nicht anders: Verluste entstehen erst, wenn die Barren mit Verlust veräußert werden müssen, ansonsten steht alles nur auf dem Papier und wir wissen: Papier ist geduldig. Einschränkung: Die fehlenden Erträge während der Halte-, also Besitzzeit.

Damit soll Gold nicht schlecht geredet werden, als Beimischung in der Vermögensbildung und –anlage hat es sicherlich seine Berechtigung. Jedoch muss man sich hüten, das Edelmetall als Allheilmittel und einzig sicheren Hafen in der Anlage zu sehen, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Kurs im Moment eher nahe dem Höchststand ist. Rückschläge sind wie immer bei spekulativen Anlagen möglich.

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